Riesenstimmung beim Oktoberfest

Da sucht man nach Superlativen: Eine Riesenstimmung herrschte beim Oktoberfest unseres Schützenvereins im riesengroßen Zelt auf dem Marktplatz. 2000 Karten hatten bereits im Sommer rasanten Absatz gefunden, und so war auch das größte Zelt unseres Zeltwirtes bis auf den letzten Biertisch-Platz ausverkauft. Und diese 2000 Festler, alle zünftig in bayerischer Tracht, ließen sich von der superguten Laune der Bamberger Oktoberfest-Band "Die Zwiebeltreter" anstecken und feierten so ausgelassen und fröhlich, wie man es sich schöner gar nicht vorstellen kann. Diesmal schmückten blau-weiße Fahnen das Zelt und nicht, wie wir es sonst kennen, grün-weiße.
Besonders auffällig war, wie viele junge Menschen in das Festzelt geströmt waren. So viele Zwanzigjährige in Dirndl oder Trachtenhemd hat es in Waltrop wohl noch nie in einem Zelt gegeben. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Oktoberfest des Schützenvereins so den Nerv der jungen Leute trifft? Und wer hätte gedacht, dass so viele junge Mädchen, pardon, Frauen, mich bitten würden: "Mach ein Foto von uns" - ganz stolz darauf, wie unglaublich schön sie im Dirndl aussehen?
Riesenstimmung dann, als unser Vereinsvorsitzender Ludger Grothus die Miss Oktoberfest 2014 bekannt gab: Catrin Trappe, eine hübsche, junge Kosmetikerin. Unser Königspaar Roland und Britta setzte ihr die Krone auf und legte ihr die Schärpe um. Zudem durfte sich Catrin Trappe über einige wertvolle Gutscheine freuen, die Waltroper Geschäftsleute gestiftet hatten.
Danach spielten wieder die "Zwiebeltreter" zünftig auf, und es wurde getanzt, als gäbe es kein morgen.
Die Bierkrüge, die eigens für dieses Oktoberfest bestellt worden waren, gingen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Noch auf dem Weg nach Hause nahmen etliche Schützenbrüder und andere Gäste einen Krug mit.
Ein tolles Fest, das nach einer Neuauflage schreit. Und es würde mich schon sehr wundern, wenn es nicht zu einem festen Termin im Jahreslauf eines Waltroper Schützenjungen wird.
Um Mitternacht war dann Schluss, denn genau so ist es bei Oktoberfesten Brauch. Und weil so viele Gäste noch in so guter Feierstimmung waren, hatten dann auch die Waltroper Gastwirte etwas vom Oktoberfest des Schützenvereins. Echte Wirtschaftsförderung, könnte man sagen...

 

Bravo und nochmals Bravo! Auf unserem Oktoberfest werden Bierkrüge verkauft, zum erschwinglichen Preis von zehn Euro. Drei Euro des Verkaufserlöses sollen an Jugendprojekte in Waltrop fließen. Der Website der Waltroper Zeitung entnehme ich, dass dies der komplette Gewinn des Vereins aus dem Verkaufserlös ist!
Und dazu noch einmal Bravo!
Denn: Damit setzt der Schützenverein Waltrop ein dickes und direktes Zeichen, dass ihm auch die Jugend in unserer Stadt wichtig ist.
Der Schützenverein Waltrop hat in der Vergangenheit eine Menge getan für die Älteren in unserer Stadt. Seit vielen Jahren holen wir am Schützenfest-Sonntag Senioren aus den Altenheimen ab, um sie am Platzkonzert und am  Frühschoppen teilhaben zu lassen. Seit vielen Jahren geht eine Gruppe Schützen regelmäßig in das Altenheim St. Peter, um dort den alten Leutchen etwas vor zu singen und Spaß zu bereiten. Sogar ein Schützenfest speziell für dieses Altenheim hat der Schützenverein schon durchgeführt. Und auch der "Schützenlotse" dürfte wohl vornehmlich von älteren Mitbürgern in Anspruch genommen werden.
All das zeugt ganz gewiss von sozialem Engagement unseres Schützenvereins.
Indes: Es könnte, zusammen betrachtet, auch zu dem Eindruck führen, dass unser Verein vor allem ein Verein für alte Menschen ist. Und dies wäre im Hinblick auf unser Bestreben, die Jugend für unseren Verein zu gewinnen, fatal.
Im Gespräch mit Jungschützen in unserer Kompanie ist mir dies schon so bestätigt worden.
Um so wichtiger das Signal,  dass wir nicht nur einen Teil, sondern den gesamten Gewinn aus dem Verkauf des Bierhumpens an Jugendprojekte weiter geben wollen.
100 Prozent für die Jugend. Bravo.

Peter Rudolph